Newsletter #3

Lokale Energiewende vorantreiben: In den letzten Monaten haben wir richtig viele neue Solarkraftwerke an die Balkone, Hauswände, Flachdächer, etc. pp, gebracht. Stand heute sind es schon über 400 – und damit ein Vielfaches dessen, was wir uns bei der Planung unserer ersten Veranstaltung vor einem Jahr vorgenommen haben. Dank auch an Euch für das Mitgestalten der lokalen Energiewende!

Großes Interesse an recycelten Modulen: Unsere Aktion mit recycelten Solarmodulen mit 2ndlifesolar, auf die wir im letzten Newsletter hingewiesen haben, war nach wenigen Stunden überbucht ?. Nun haben wir erneut einige gebrauchte Solarmodule von 2ndLifeSolar bekommen, diesmal unbenutzte geprüfte Module mit 365-400 Watt aus einem Sturmschaden. Leider reicht es wieder nicht für alle, die auf unserer Reservierungsliste ihr Interesse daran bekundet hatten. Über unsere Kooperation mit 2ndLifeSolar wird das ZDF in einer Reportage zu Elektroschrott in „Plan B“ am 17. Mai berichten.

Termine: Unser Kern-Team ist stetig gewachsen, so dass wir weiterhin sehr viele Informationsveranstaltungen anbieten können, sowohl in Präsenz als auch als Webinar. Hier findet Ihr die neuen Termine, die Ihr sehr gern weiterempfehlen könnt: https://www.solisolar-hamburg.de/termine/

Auf einen besonderen Termin weisen wir gerne extra hin, nämlich auf unsere Fahrradtour „Lokale Energiewende“ durch Lokstedt am 6. Mai., 15-17.30h. Treffpunkt ist das ETV-Sportzentrum am Lokstedter Steindamm 75 um 15 Uhr, von dort geht es weiter mit dem Fahrrad. Entlang der Tour zeigen wir, wie vielfältig Mini-PV-Anlagen bis 600 Watt eingesetzt werden können. Einige der Betreiber*innen berichten von ihren Erfahrungen. Geplanter Abschluss Nähe Amsinckpark/ Lokstedt. Hier führt SoliSolar den leichten Aufbau und Anschluss eines Balkonkraftwerks vor und informiert über die aktuelle Sammelbestellung. Beim abschließenden Kaffee, Tee und Kuchen wollen wir gemeinsam über Möglichkeiten des Bürger*innen-Engagements beim Ausbau lokaler erneuerbarer Energien diskutieren.

Öffentlichkeit: Digital sind wir nun nicht mehr bei Twitter, sondern bei Mastodon zu finden. Hier liefern wir regelmäßig Neuigkeiten rund um unsere Themen: https://norden.social/@SoliSolar Unsere Homepage haben wir um die Sparte „Fragen und Antworten“ erweitert: https://www.solisolar-hamburg.de/fragen-und-antworten/ Apropos: Macht bitte weiter schön Werbung, damit sich möglichst viele an der lokalen Energiewende beteiligen. Bei Interesse an der Mitwirkung oder auch für die Weiterverbreitung, gebt gern Bescheid.

… und sonst noch:

  • Vor Kurzem ist das Handbuch „Gemeinschaftlicher Solar-Selbstbau in Deutschland“ digital erschienen, und es ist dank der Förderung durch die EWS Schönau gemeinfrei unter https://selbstbau.solar/handbuch/ abrufbar. In dieses Handbuch ist enorm viel Praxis-Wissen unserer beiden Partner-Initiativen Bremer SolidarStrom und SoLocal Energy Kassel eingeflossen – und auch wir haben uns fleißig beteiligt.
  • Wie Ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, gibt es viele Diskussionen darüber, wie die Energiewende noch besser gelingen kann. Einige wichtige Schritte sind gemacht, andere sind gerade in Arbeit, bspw. durch die Erstellung der Photovoltaik-Strategie durch das Bundesklimaministerium, bei der wir uns ebenfalls eingebracht haben. Außerdem sind wir Erstunterzeichner*innen der Petition an Bundestag „Vereinfachungen für Balkonsolaranlagen“, die noch bis zum 27. April gezeichnet werden kann: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2023/_02/_17/Petition_146290.nc.html
  • SoliSolar sucht nach einer Interessentin/einen Interessenten für eine Musterklage gegen Vermieter*in bei Verbot der Anbringung eines Balkonkraftwerks. Bei Interesse bitte direkt bei uns per Mail melden.
  • Und überhaupt: Die Wartezeit auf unsere Reservierungsliste ist aktuell auf kaum zwei Wochen geschrumpft. Wir fokussieren uns auf die effizienten full-black Module von Meyer Burger bei großer Auswahl an Montagesystemen.

Thomas baut ein Balkonkraftwerk von SoliSolar auf

Balkonkraftwerk einfach installiert – ein Erlebnisbericht von Thomas

Um es gleich vorweg zu sagen: Ganz so einfach war es nicht.

Endlich, wir können unser Balkonkraftwerk abholen! Los geht’s. Bei den ausführliche Erklärungen dazu, wie die Module installiert werden und was man besonders beachten sollte, hätten wir noch aufmerksamer zuhören und vielleicht auch noch mehr Fragen hätten stellen sollen. Warum, wird gleich klarer.

Wir hatten einen Transporter gemietet und konnten so jemandem helfen, bei dem die Module nicht ins Auto passten. Also machten wir zuerst eine Lieferung ins Hamburger Umland, bevor wir mit zwei Modulen, Wechselrichter, Energiemesser, Profilschienen, Lochplatten, Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben nach Hause kamen. Für die Montage war es damit an diesem Tag zu spät.

Schon bei Solisolar erkannten wir, dass bei den beiden oberen Schienen für die übliche Klemmung an der Balkonbrüstung kein Platz sein würde. Deshalb hatten wir dafür gleich acht kürzere Schrauben mitgenommen, um mit ihnen die Schienen durch Löcher festzuschrauben.

Jetzt zeigte sich, dass wir die unteren Schienen genauso befestigen mussten. Also ab zum Baumarkt für weitere kürzere Schrauben. Es gab nur welche mit Außensechskant- statt Innensechskant-Kopf (Inbus). Aber OK, das sollte auch gehen.

Nachdem wir in alle Schienen passende Löcher gebohrt und die beiden oberen montiert hatten, fehlen vier Schrauben. Denn wir hatten die Schienen zusätzlich mit einer Lochplatte verbunden und brauchten deshalb für oben und unten je zwei zusätzliche Schrauben. Zurück zum Baumarkt und dort auch gleich noch vier selbstsichernde Muttern gekauft. Ein Fehlkauf, diese Muttern waren nicht zu gebrauchen, weil sie in der Schiene von außen gekontert werden mussten. Aber mit einem Schraubschlüssel oder einer Zange kamen wir unten von außen nicht dran. Wir brauchten Sechskantmuttern mit Flansch und Sperrverzahnung – wie die von Solisolar. Die gab es im Baumarkt nicht. Da hat es uns für diesen Tag gereicht.

Nachdem die übers Internet bestellten Sechskantmuttern mit Flansch und Sperrverzahnung da waren, brachten wir auch die unteren Schienen an. Jetzt nur noch die Module mit den Modulklemmen an den Schienen befestigen. Ist bestimmt im Nu erledigt. Denkste!

Das erste Modul hievten wir mit Spanngurten gesichert über die Brüstung. Oben schraubten wir die Klemmen bequem, unten aber ziemlich unbequem – die Hände durch kleine Lücken nach außen geschoben – fest. Als nächstes montierten wir den Wechselrichter daneben an die obere Schiene und schlossen das Modul daran an. Geschafft!

Genau in dem Moment wurde uns klar, dass beim zweiten Modul unten keine Lücken mehr sein würden, durch die wir mit den Händen greifen könnten um die Klemmen anzuziehen. Und außen kamen wir von oben nicht heran. Die untere Schiene mit den Halterungen war dafür einfach zu tief angebracht. Abseilen war keine Option und vom Balkon darunter würde man selbst mit einer Leiter nicht herankommen. Also nächster Gang zum Baumarkt.

Dort fanden wir eine Verlängerung für den Inbus-Schlüssel, mit der es ohne Lebensgefahr gelang, die Klemmen außen von oben zu erreichen. Wir hatten das zweite Modul vorher am Wechselrichter angeschlossen und es dann ebenfalls mit Spanngurten gesichert über die Brüstung gehievt. Ufff!

Aber was war das für ein komisches schwarzes Plastikteil, das da noch herumlag? Oh nein: Die wasserdichte Verschlusskappe für den zweiten Stromkabel-Anschluss des Wechselrichters, der irgendwo am Ende eines kurzen Kabelstücks zwischen Modul und undurchdringlicher Balkonbrüstung baumelte. Doch es gelang uns, den Anschluss so weit herauszufischen, dass wir den Verschluss in einer fingerbrecherischen Geduldsübung draufsetzen konnten.

Jetzt aber: Das Kabel vom Balkonkraftwerk ins Energiemessgerät und das in die Steckdose des Balkons.

Für alle Fälle, haben wir am nächsten Tag noch jedes Modul durch seine Montagelöcher mit kurzen Stahlseil-Schlaufen gesichert.

Und damit ist die Geschichte zu Ende, oder? Nicht ganz, ich sage nur „Anmeldung“! Und zwar zuerst im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Kleiner Tipp: Für die Angabe der Geoposition reichen Längen- und Breitengrad – keine Minuten und Sekunden angeben. Habe ich nach einem Dutzend vagen Fehlermeldungen herausbekommen. Und danach mit dessen Registriernummer beim Stromnetz-Betreiber anmelden. Stromnetz-Hamburg hat dafür ein vereinfachtes Formular: “Anmeldung / Inbetriebsetzungsanzeige für eine steckerfertige Erzeugungsanlage …“ Die langwierige Suche danach erspare ich anderen gern:”
Ganz unten unter Downloads auf der Seite https://www.stromnetz-hamburg.de/fuer-erzeuger/erzeugungsanlagen-speicher/steckerfertige-pv-anlage

Kleiner Tipp von SoliSolar: Wenn die Schrauben nicht passen – einfach bei uns umtauschen. Von M8x20mm bis 130mm haben wir eine große Auswahl, natürlich alles in A2 Edelstahl. Und Sperrzahnmuttern natürlich auch!

Sicherheitslücken im Wechselrichter

Seit unserer ersten Veranstaltung warnen wir davor, die Wechselrichter der Balkonkraftwerke einfach so per WLAN mit dem Internet zu verbinden. Die meisten Wechselrichter telefonieren dann sofort nach Hause, und das ist meistens in China. Zusammen mit der chinesischen App auf dem Handy steht dann einer Fremdsteuerung im Krisenfall nichts mehr im Weg. Hunderttausende von Wechselrichtern deutschlandweit mal rhythmisch ein- und auszuschalten wäre dann ein Kinderspiel. Wo so etwas enden kann, konnten wir zum Beginn des Ukraine-Kriegs erleben, als tausende deutsche Windkraftanlagen nicht mehr steuerbar waren, weil russische Hacker*innen die dort eingebauten Router gehackt und lahmgelegt hatten.

In der Masse sind viele Balkonkraftwerke als Teil der kritischen Infrastruktur anzusehen.

Besonders heftig erwischt es derzeit die Wechselrichter des chinesischen Herstellers DEYE, bei denen eine Sicherheitslücke es in wenigen Minuten erlaubt, das Passwort des heimischen WLANs auszulesen und dann dort einzubrechen.

Der Hersteller DEYE hat uns am 27.2. dazu geschrieben: “The microinverter password problem has been solved through firmware upgrade. All online inverters will be upgraded automatically, and there is no need to do it, including the automatic upgrade after the inventory machine is online.” Falls für den Wechselrichter also eine App installiert wird und er dort eingetragen wurde, erfolgt der Aktualisierung der Software im Wechselrichter automatisch.

Die Zeitschrift CT gibt deshalb in einem Artikel hierzu folgenden Rat:

“Wer einen Deye-Wechselrichter an seinem Balkonkraftwerk hat, sollte sich in jedem Fall um das Update bemühen, auch wenn er nicht beabsichtigt, die WLAN-Funktion und Solarman dauerhaft zu benutzen – ohne das Update gibt es keine Chance, den unsicheren Access-Point zuverlässig zu deaktivieren und somit eine Manipulation der Einstellungen zu verhindern. Es reicht aus, das Gerät bei Sonnenschein (nur dann ist das WLAN-Modul aktiv) für knapp 40 Minuten in einem Gast-WLAN mit Internetverbindung zu betreiben. Ob das Update angekommen ist, kann man in der lokalen Weboberfläche erkennen.”

Aber das Sicherheitsrisiko bleibt natürlich bestehen, und deshalb auch unsere beiden Ratschläge: Kein WLAN, notfalls Gäste-WLAN, besser separaten Energiemesser nutzen.

Selbstbau einer Hausbatterie für Photovoltaikanlagen

Unsere ersten Dachanlagen fürs Eigenheim sind bestellt und werden von den Selbstauern und ihren Helfern unter unserer Anleitung bald aufgebaut. Wir sind gespannt und berichten Euch.
Einer unserer Aktivisten hat es sogar geschafft, eine selbstgebaute leistungsstarke Hausbatterie für die PV-Anlage. Wenn Du an einem Erfahrungsaustausch interessiert bist kannst Du Dich gern mit uns und ihm vernetzen.

Schritt 1: Überprüfung der Voraussetzungen

Bevor Du mit dem Selbstbau einer Hausbatterie für Ihre Photovoltaikanlage beginnst, solltest Du sicherstellen, dass Du über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügst, um das Projekt erfolgreich zu realisieren. Überprüf außerdem, ob Du alle erforderlichen Hardware- und Software-Komponenten zur Verfügung hast.

Übersichtsdarstellung Solarspeicher

Schritt 2: Komponenten auswählen

Die für den Selbstbau einer Hausbatterie notwendigen Komponenten sind:

  • 16 LiFePo4-Zellen von EVE-Zellen (von ShensenBasen Technology),
  • ein Batteriemanagementsystem JiaBaiDa LiFePo4 200a 8-20s,
  • ein Inverter Victron Multiplus II 48-5000,
  • ein Victon USB MK3 sowie
  • ein Raspberry Pi 4.

Schritt 3: Hardware montieren

Verbinde die 16 LiFePo4-Zellen miteinander, indem Du sie in Reihe schaltest. Verbinde das Batteriemanagementsystem mit den Zellen und schließen den Inverter sowie den Victon USB MK3 an.

Batterie, Batteriemanagement und Victron Multiplus II

Schritt 4: Software installieren

Installiere die erforderliche Software, einschließlich Victron VenusOS, Victron VEConfig, VictronConnect auf dem Raspberry Pi 4, und Android_app_xiaoxiangBMS_3.1.1026.apk auf deinem Handy.

Schritt 5: Konfiguration

Konfiguriere den Inverter und das Batteriemanagementsystem mit den entsprechenden Tools (Victron VEConfig und Android_app_xiaoxiangBMS_3.1.1026.apk). Verwende VictronConnect, um die Überwachung und Steuerung des Speichersystems durchzuführen.

Schritt 6: Integration in die Haussteuerung

Integrier das Speichersystem in eine Haussteuerung (z.B. Fhem), indem Du die aktuellen Leistungswerte des Netzeinspeisepunkts per mqtt bereitstellst. Über die Steuerung des Speichersystems wird die Ladung und Entladung des Speichers so gesteuert, dass am Netzeinspeisepunkt nahezu 0 Watt eingespeist bzw. bezogen wird.

Gesamtsystem auf dem Display des Smart Home

Schritt 7: Erweiterung

Integrier die OpenWB Wallbox zum Laden eines E-Autos, um eine flexible, erweiterbare und kosteneffiziente Gesamtlösung zu erzielen.
Bemerkung: Die Konfiguration des Speichersystems erfordert eine relativ hohe Einarbeitungszeit, aber wir teilen die Parametersätze gern mit Interessierten.

Referenzen

https://www.meintechblog.de/2022/02/operation-hausspeicher-28kwh-fuer-unter-7000euro

Bei mir geht Energie jetzt in die Steckdose

Hier ein Erfahrungsbericht unserer neuen Mitstreiterin S. für die Lokale Energiewende. Ende August hatte sie sich auf die Reservierungsliste gesetzt, und dann endlich zum Jahreswechsel konnte sie ihr Balkonkraftwerk abholen und hat es ganz schnell aufgebaut. Einige Tage später hat sie uns dies geschrieben:

Fertig los!

Mal ehrlich, so richtig über das Stromsparen habe ich erst nachgedacht, als die Warnungen vor Strompreiserhöhungen immer bedrohlicher wurden. Nicht, dass eine Vervielfachung des kWh-Preises meinen kleinen Haushalt ins Wanken gebracht hätte, nur wurde mir in diesem Moment erst bewusst, wie viel Strom ich permanent und unbemerkt verbrauche und dass auch Öko-Strom eben nicht einfach nur aus der Steckdose kommt. Mit diesem kurzen Bericht zu meinem persönlichen Beitrag zur Energiewende möchte ich Dich ermutigen, vielleicht auch selbst in Sachen Energiewende noch aktiver zu werden.

Die Appelle zu Energieeinsparungen hatte ich noch im Ohr und so musste ein Aktionsplan her – Ermittlung des Stromverbrauchs, Optimierung der Verbraucher und Überprüfung des Stromlieferanten waren meine Etappen zur Unterstützung der Energiewende.

Meinen Strombedarf hatte ich schnell durch kleine Maßnahmen, wie den Einsatz von LED-Leuchtmitteln, Abschalten von Standby-Geräten etc. auf unter 600 kWh/Jahr reduzieren können. Nun habe ich mich gefragt: „Geht da noch mehr?“ und ja, tatsächlich, ich lernte, dass ich nicht nur aktiv den Verbrauch steuern sondern auch die Bereitstellung von Strom in die Hand nehmen kann! Auf der Suche nach Lösungen war ich auf einen Beitrag zu „Balkonkraftwerken“ aufmerksam geworden. Einen kleinen sonnigen West-Balkon hatte ich und so startete ich meine Projektrecherche. Die Möglichkeiten zur Auswahl von Solarmodulen und Komponenten wie auch Tipps im Internet zu Montage und Betrieb waren überwältigend.

Doch was war die richtige Lösung für mich?

Ich war als Laie schlichtweg überfordert. Und so suchte ich nun nach einer Beratung, die mich zu der für mich richtigen Lösung führt. Fündig bin ich bei der Solidargemeinschaft „Lokale Energiewende SoliSolar Hamburg e.V.“ geworden. Sie unterstützt die Realisierung von Balkonkraftwerk-Projekten. Nun hatte ich also auch das Know-How gefunden, nach dem ich gesucht hatte.

Nach der Teilnahme an einem Webinar von SoliSolar, in dem alles Wissenswerte zum Betrieb von Balkonkraftwerken vermittelt wurde, stand mein Entschluss fest: “Eine Solar-Anlage für meinen Balkon muss her!” Mein Eintrag auf der Sammelbestellliste bei SoliSolar war schnell erledigt, so dass ich mich jetzt nicht mehr um die Beschaffung der einzelnen Komponenten kümmern musste, sondern dem überschaubaren Formalien widmen konnte.

Zunächst brauchte ich die Zustimmung der Eigentümer, denn na klar, so eine Solarmodul verändert das Erscheinungsbild einer Fassade. Meine umwelt- und verantwortungsbewußte Eigentümergemeinschaft hatte meinen Antrag mit viel Interesse diskutiert und abschließend dem Anbau von Solarmodulen für unser Wohnhaus zugestimmt. Nun galt es den Stromnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur über mein Vorhaben zu informieren. Das war über Onlineformulare schnell erledigt und auch hier wurde mir grünes Licht signalisiert.

Das Aufbauteam beim Montage-Training im Abhollager vor einem Meyer Burger PV-Modul-Stapel

Doch was war die richtige Lösung für mich?

Die Anlage kam dann auch schnell und reibungslos, wie alles rund um mein Balkonkraftwerk-Projekt. SoliSolar hatte aus den Sammelbestellern kleine Teams gebildet, die sich gegenseitig bei Transport und Aufbau unterstützen, und so war die Anlage mit vereinten Kräften schnell installiert und produziert nun selbst bei trübem Wetter fleißig Strom, der unsere Gesamtstrombilanz mit rund 200 kWh/Jahr unterstützt.

Schleswig Holstein fördert Steckersolargeräte

Ein edles Meyer Burger black 385 Modul mit TRIC-F Aufständerung von SoliSolar

Der Norden fördert ab 16.1.2023 Steckersolargeräte mit bis zu 200€. Sobald Du dein reserviertes Kraftwerk bei uns abgeholt hast, kannst du während des nächsten aktiven Antragsfensters mit unserer Rechnung deinen Antrag stellen. NRD Info SH berichtet darüber.

Hier das Ministerium dazu:
“… in Bezug auf die Förderung von Balkonkraftwerken haben wir die Förderregularien zum Ende des Jahres 2022 nochmals angepasst und im Sinne der Antragstellung vereinfacht.

Mit Datum vom 16.1.2023 ist es nun möglich ohne einen Förderantrag zu stellen und auf die Genehmigung dieses zu warten, den Kauf einer Balkon-Solaranlage auszulösen und die Montage und Inbetriebnahme durchzuführen. Im Anschluss können Sie dann die Rechnung über das Serviceportal hochladen und erhalten den Förderbetrag in Höhe von bis zu 200 €.

Sie benötigen also keine vorherige Förderzusage. Die Förderung einer PV-Balkonanlage beantragen Sie also erst nachdem Sie diese installiert haben.

Nachfolgend nochmals die Beschreibung aus der Förderrichtlinie.

7.2.3. Die Zuwendungen sind ausschließlich online über die Einstiegsseite „Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger“ im Serviceportal des Landes Schleswig-Holstein (https://serviceportal.schleswig-holstein.de) zu beantragen. Der entsprechende Verwendungsnachweis (Anm.: Rechnung/en) ist bei Antragstellung einzureichen und die Zuwendungsvoraussetzungen per Eigenerklärung (Anm.: Angaben zur Installation werden online abgefragt und sind anzukreuzen) zu bestätigen.”

Wir wünschen viel Erfolg.


Sonderaktion 600 Watt für Klima und Geldbeutel

Leider haben binnen weniger Stunden so viele Interessent*innen sich registriert, dass wir diese Sonderaktion pausieren müssen, bis Nachschub da ist.

17.1.2023: Dank unserer Zusammenarbeit mit der Firma 2ndlifesolar können wir nun noch weiter an der Kostenschraube drehen. 2ndlifesolar recycelt Module in Hamburg und verwertet Rohstoffe wie Aluminium, Glas und Kupfer. Zuvor wird überprüft, ob sich das Solarmodul wiederverwenden lässt. Eine zertifizierte Anlage begutachtet automatisch die Funktionsfähigkeit der Module, testet die Leistung und prüft die elektrische Sicherheit. Gebrauchte Module haben einen viel besseren CO2-Abdruck, sind günstiger in der Anschaffung, trotzdem leistungsstark und haben auch eine Garantie.

Jetzt können wir einige Kraftwerke mit 600 Watt, also zwei Module (je 310 Watt, Typ WINAICO WST-310M6 PERC), einschließlich Wechselrichter und Unterkonstruktion für 570€ abgeben.

Mit einem (1) Modul und 350-Watt Wechselrichter samt Unterkonstruktion kostet es 340€.

Die alterungsbedingte Leistungsminderung ist kleiner als 2%, d.h. die Module sind offenbar fast neu. Hierbei gibt es keine Wartezeit auf unserer üblichen Reservierungsliste. Das ZDF möchte den Start in das zweite Leben dieser PV-Module gern begleiten. Wir wollen die Idee einer solchen Wiederverwertung und die Reportage gern unterstützen.

Wenn Du bei dieser Sonderaktion mitmachen willst, kannst Du das Balkonkraftwerk hier für Dich reservieren und bald schon bei uns abholen – solange der Vorrat reicht.

SoliSolar überreicht das einhundertste Balkonkraftwerk

Am Samstag, den 7. Januar fand die 13. Aufbauschulung mit anschließender Materialausgabe für Balkonkraftwerke von SoliSolar statt. Für diesen Termin im Lokstedter Abhollager hatten sich elf Abholer*innen angemeldet. Es begann mit einer Besonderheit. Kurz nach 14 Uhr überreichten Christoph, Guido und Volker vom SoliSolar-Team vor fast zwanzig Personen eine Jubiläumsurkunde. Glücklicher und zugleich überraschter Empfänger der Urkunde ist Frank Zuther, der das 100ste Balkonkraftwerk in Empfang nehmen sollte, das SoliSolar in den acht Monaten seit Gründung ausliefern konnte. Für das Team ein toller Grund, kurz inne zu halten. Mit 37 Kilowatt (peak) Sonnenenergie-Leistung ist dies ein wichtiger Beitrag zur lokalen Energiewende. Zugleich ist es aber auch für die vielen Betreiber*innen, die nun kostenlosen Sonnenstrom ernten, ein echter Gewinn.

Frank Zuther bekommt das 100ste Balkonkraftwerk

„Wer vor rund drei Monaten seine Reservierung bei uns aufgegeben hat, kommt jetzt zu seinem eigenen Balkonkraftwerk. Diese lange Wartezeit ist leider den Lieferengpässen für Photovoltaik geschuldet. Die Lieferzeit sinkt jetzt glücklicherweise für die meisten Befestigungssysteme.“ erläutert Volker Henkel vom Lokstedter Verein „Lokale Energiewende SoliSolar Hamburg e.V.“

Die Aufbauschulung mit Materialausgabe ist ein wichtiger Baustein des SoliSolar-Konzepts. Hier wird für jedes Befestigungssystem, egal ob am Balkon, am Dach oder an der Fassade, die Montage erläutert und abschließend individuell genau geklärt, zum Teil anhand von Fotos. Dabei lernen sich die Aufbauteams persönlich kennen und verabreden sich zum gemeinsamen Aufbau. Hier verladen die vorher verabredeten Transportgemeinschaften die PV-Module und Montageschienen in die Fahrzeuge.

Materialausgabe in Lokstedt

Anders als ursprünglich geplant nimmt Frank Zuther nicht nur für zwei, sondern letztlich für insgesamt vier Abholer*innen das Material in seinem großen Kombi mit. Er selbst ist durch einen Beitrag im Hamburg Journal und anschließender Recherche im Internet auf SoliSolar aufmerksam geworden. Ein Hinweis auf SoliSolar bei einer Veranstaltung von Extinction Rebellion bestätigte ihm später seine Entscheidung, sich bei SoliSolar auf die Reservierungsliste zu setzen. „Ich freue mich wirklich, dass es eine lokale Initiative ist. Das war mir wichtig. Ich hatte eine tolle Beratung und fühle mich sehr gut aufgehoben. Dass nur Module eingesetzt werden, die ohne chinesische Zwangsarbeit produziert werden, finde ich ebenfalls sehr gut.“ Auf seinem Rückweg nach Bergedorf geht es vorher nach Wandsbek und Allermöhe, wo er die verladenen PV-Module abliefern wird. Zuhause wird er sein Sonnenkraftwerk mit zwei Modulen zusammen mit den beiden Söhnen auf seinem großen Balkon montieren.

Viel Platz für Solarmodule in Frank Zuthers Wagen

Am SoliSolar-Abhollager kehrt am Samstag nach rund zweieinhalb Stunden wieder Ruhe ein. Die letzten PV-Module sind sicher verladen und die Teams mit ihren Transportern, Anhängern und Kombis sind auf dem Weg zu ihren Standorten. Aber schon in der nächsten Woche geht es mit weiteren zwanzig Balkonkraftwerken weiter. Parallel dazu finden wieder mehrere Veranstaltungen und Online-Seminare statt. Denn das einhundertste Balkonkraftwerk ist erst der Anfang.

Alles verpackt – alle glücklich und zufrieden!