Die ersten 1,5 kW der Sammelbestellung sind geschafft…

… und SoliSolar freut sich auf eine Sommerpause.

Unsere ersten fünf Balkonkraftwerke sind am 29. Juni an die Aufbaugemeinschaft übergeben und gehen ans Netz. Jedes Kraftwerk hat ein schwarzes Meyer Burger 380Watt peak Solarmodul mit 120 Halbzellen. Sie stammen aus deutscher Fertigung und sind komplett frei von uigurischer Zwangsarbeit.

Bei der Aufbaueinweisung im Abhollager Lokstedt konnte die Aufbaugemeinschaft sich kennen lernen. Mit Dietmar, Florian, Sebastian und Volker von SoliSolar wurden der Zusammenbau eigenhändig geübt und Einzelheiten geklärt: Die Unterkonstruktion von K2 Systems ist ein professionelles Montagesystem aus Alu-Schienen und Modulklemmen. Edelstahlklemmen dienen der Befestigung an Balkongittern. Der 300 Watt Wechselrichter stammt von AEconversion, ebenfalls Made in Germany.

Aufbaugemeinschaft zusammen mit dem SoliSolar-Team

Die 176 cm x 104cm großen Module wurden mit Transportern der Aufbaugemeinschaft dann in Schnelsen, Niendorf und Lokstedt verteilt. Zwei Tage später ging der Stecker des ersten Kraftwerks an einer Fassade in Niendorf in die Steckdose.

Am letzten Schultag bekamen wir 52 Wechselrichter mit 300 Watt von DEYE geliefert. Das war zu knapp für eine Auslieferung vor der Sommerpause, doch danach werden wir die noch vorrätigen acht Meyer Burger Module ausgeben.
Zum 1. September erwarten wir zudem eine Lieferung von 60 SoliTek 365 W Blackstar-Solarmodulen. Das ist ein komplett schwarzes in Europa gefertigtes Modul, silber-zertifiziert als CraddleToCraddle C2C Produkt in langlebiger Glas/Glas-Technologie. Damit sollten alle bis Mitte Juli eingegangenen Reservierungen der Sammelbestellung erfüllt werden, sofern auch die zugesagten 600 Watt DEYE Wechselrichter nicht zu lange in der Deutschen Bucht auf Anlandung warten müssen.
Für die KW44 erwarten wir dann eine Lieferung von 35 Hecker Solar 325 Watt Black Modulen.

Über dieses Feedback aus dem Aufbauteam haben wir uns riesig gefreut:
Es hat wirklich großen Spaß gemacht, ‚bei euch einzukaufen‘. Ich bin immer noch sehr beeindruckt von eurem Engagement und Detailwissen verbunden mit den ausführlichen Hilfestellungen für jeden Einzelnen. Eure Begeisterung ist wirklich ansteckend und vor allem habe ich das Vertrauen zurückbekommen, dass eine Energiewende doch machbar ist. Danke dafür!

Die Energiewende von unten, das ist unser Ziel. Mit dem neu im Bundestag verabschiedeten EEG, durch das der Bau regenerativer Anlagen zum „öffentlichen Interesse“ erklärt wird, wird es uns allen von oben einfacher gemacht, ignoranten Vermietern oder WEGs die Stirn zu bieten. Auch hier werden wir Euch bestens unterstützen. Schöne Sommerzeit!

SoliSolar überwindet Grenzen

Jörg, Carlo und Florian erläutern die 11 Schritte zum eigenen Balkonkraftwerk

SoliSolar überwindet die Grenzen von Hamburg: Auf der Uetersener Klimawoche stellen wir vor ca. zwanzig interessierten ZuhörerInnen unseren solidarischen Weg zum eigenen Balkonkraftwerk vor. Die TeilnehmerInnen waren von Greenpeace 50+, Omas4Future und Interessierten überwiegend aus der zweiten Lebenshälfte. Im Gartenbereich der Stadtbücherei Uetersen zeigten sie reges Interesse in lockerer Runde unter dem Motto „Öko im Alter – da geht noch was“ am 16. Juni 2022.

Wir freuen uns über Interessenten an unserer Sammelbestellung auch aus dem Hamburger Umland, denn der Klimawandel kennt keine Grenzen!

Newsletter #1 – Argumente für die Eigentümerversammlung

in den letzten Wochen haben sich bereits viele von Euch auf unsere Reservierungsliste für die SoliSolar-Sammelbestellung setzen können. Erfreulicherweise werden wir in den nächsten Tagen die ersten fünf Balkonkraftwerke tatsächlich schon ausliefern können, denn für so viele Kraftwerke konnten wir trotz enormer Lieferengpässe alle Teile die Balkonmontage geliefert bekommen. Nach der Sommerpause werden wir hoffentlich weiteres Material bekommen, aber insbesondere die Verfügbarkeit der Wechselrichter ist derzeit ein echtes Problem, denn hier ist die Lieferkette offenbar stark gestört. Die ersten Fünf benachrichtigen wir gesondert und berichten auf unserer Webseite über die erfolgreichen Inbetriebnahmen. Unser Solarprojekt stößt schon jetzt auf großes Interesse, auch weit über Lokstedt hinaus.

Mieter*innen und Miteigentümer*innen konnten in der Regel noch nicht so schnell alle Zustimmungen erlangen. Daher konnten sich viele bisher nicht auf die Reservierungsliste setzen. Gerade vor einigen Tagen ging hier aus der Region die herzzerreißende Geschichte eines Rentners durch die lokale Presse, der sein Balkonkraftwerk sogar wieder demontieren musste, weil die Eigentümergemeinschaft, nicht rechtzeitig um Zustimmung gebeten, offenbar einstimmig die Genehmigung versagt hatte. Da ist viel schiefgelaufen; das sollte sich nicht wiederholen.

Da jetzt und in den nächsten Monaten vielerorts die jährlichen Eigentümerversammlungen stattfinden, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung zu setzen und im Vorfeld durch gute Vorbereitung und Überzeugungsarbeit eine gute Stimmung in der WEG und vor allem ausreichend viele Verbündete zu suchen.

Um Euch hierbei optimal unterstützen zu können, haben wir einen kleinen Leitfaden entwickelt mit Argumenten, die die Bedenkenträger hoffentlich umstimmen. Der Leitfaden enthält auch einen Vorschlag für einen Beschluss der Eigentümerversammlung, der etwaige Bedenken aufgreift und sinnvolle Auflagen formuliert, um z.B. ein einheitliches Erscheinungsbild sicher zu stellen.

Wir freuen uns über Rückmeldungen zu Euren Erfahrungen im Umgang mit der Eigentümer-Verwaltung, und natürlich unterstützt Euch SoliSolar auch gern direkt in der Vorbereitung.

Fahrradtour zu SoliSolar’s erstem Balkonkraftwerk

Till Steffen und 50 Radler*innen

Über fünfzig Fahrradaktivisten jeden Alters trafen sich am 7. Mai 2022 zur ersten Fahrradtour „Lokale Energiewende“, veranstaltet von der Stadtteilgruppe Lokstedt-Niendorf-Schnelsen von Bündnis90/Die Grünen. Startpunkt der rund 4 1/2 km langen Tour war die Revierförsterei im Niendorfer Gehege. Der Bundestagsabgeordnete Till Steffen betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der erneuerbaren Energien im Kampf gegen den Klimawandel und ihren Beitrag zur Unabhängigkeit von fossilen Energien, mit denen Kriege finanziert werden.

Lokale Energiewende in der Revierförsterei

Den erfolgreichen Umbau in eine klimaneutrale Revierförsterei im Rahmen des „Integrierten Klimaschutzkonzepts Eimsbüttel“ erläuterte Förster Sven Wurster. Er zeigte die mit selbstproduziertem Strom der großen PV-Anlage betriebenen Maschinen und Fahrzeuge, aber auch die sanierten Betriebsgebäude mit im Sommer kühlenden, im Winter wärmenden Gründächern und Wärmedämmung. Das Waldsterben in Folge des Klimawandels ist auch im Niendorfer Gehege angekommen. Der Förster führte die Gruppe zu einer über 80-jährigen nun absterbenden Fichtengruppe.

Lokale Energiewende am Beispiel der Revierförsterei im Niendorfer Gehege

Mieterstrom mit Bürgerenergie

Weiter ging es zum neuen Quartier „Hinter der Lieth“ der Buchdruckergenossenschaft. Hier werden die Gebäude mit Solarstrom und Wärme aus einem Blockheizkraftwerk versorgt. Die Bürgerenergiegenossenschaft Energienetz Hamburg e.G. und die Naturstrom AG sorgen für günstigen Mieterstrom und eine starke Abkopplung von fossilen Energiepreisen. Dr. Sarah Debor, Abteilungsleiterin im Bereich Dezentrale Energieversorgung der Naturstrom AG, zeigte aber auch auf, welche Schwierigkeiten daraus erwachsen, den selbstproduzierten Strom übergreifend zwischen den Netzanschlusspunkten des Quartiers zu nutzen. Ihr Appell an engagierte Bürger: sich bei Hausverwaltungen für Mieterstromprojekte einsetzen, finanziert durch Bürgerenergiegenossenschaften. So treiben wir auch in Städten die Energiewende voran.

Dr. Debor erläutert den Mieterstrom und Bürgerenergie

Klimaneutraler Verein

Auf der geplanten Veloroute 3 ging es weiter zum Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins, der bis 2030 vollständig klimaneutral sein will. Am Kletterzentrum empfingen der Geschäftsführer Michael Jansen und der Nachhaltigkeitssprecher Julian Braasch die Gruppe. Hier sichert eine große Solarthermieanlage mit Vakuum-Röhren und Warmwasserspeicher die Wärmeversorgung, und eine PV-Anlage speist überschüssigen Strom ins Netz. Ein großes Dankeschön für die erfrischenden Getränke!

Blick auf die Vakuumröhren der Heizung am DAV

Plus-Energiehaus und Selbstbau-Photovoltaik

An einer zum Plus-Energiehaus im Zylinderviertel sanierten „Kaffeemühle“ wurde auf der letzten Station das erste mobile Balkonkraftwerk von SoliSolar in Betrieb gezeigt. Das 300-Watt Kraftwerk soll an wechselnden Standorten Überzeugungsarbeit leisten – in der Öffentlichkeit, aber auch, um potentielle Sonnenstandorte auf Eignung zu testen. Volker berichtet vom Stand der Sammelbestellung.

Balkonkraftwerk am Passivhaus-Anbau der Kaffeemühle

Weiter geht es mit den Erfahrungen beim Bau einer 8,2 kW Anlage auf dem Flachdach mit einer 11 kW-Hausbatterie. Die Anlage entstand im Selbstbau vor drei Jahren und hätte sich ursprünglich innerhalb von 13 Jahren amortisiert. Auf Grund steigender Energiepreise und des zusätzlichen Strombedarfs für das E-Auto amortisiert sie sich inzwischen innerhalb von 10 Jahren – und macht das Haus schon heute zu einer Energiequelle statt -senke. Denn insgesamt speist das Haus mehr Energie ins Netz als es bilanziell aus dem Netz bezieht, auch unter Berücksichtigung der Pellets für die Restwärmeversorgung. Es ist damit ein Plus-Energiehaus.

PV-Anlage des Plus-Energiehauses; Stromlaufplan und Geräte; Lokale Energiewende pur
PV-Anlage des Plus-Energiehauses

Bei Kaffee und Kuchen ging ein informativer Nachmittag nach rund 3 Stunden zu Ende. Toll, dass so viele Teilnehmer bei dieser Tour durch Niendorf und Lokstedt teilgenommen und mit ihren Fragen bereichert haben. Das Thema Lokale Energiewende ist definitiv im Kommen. Vielen Dank auch an Ruben und Jörg für die Fotos.

LOMA – Auftakt am 30. April 2022

Sebastian und Volker vor dem Balkonkraftwerk

Das war ein toller Start auf dem Lokstedter Marktplatz LOMA in der Grelckstraße zur Vorbereitung der ersten Sammelbestellung von Balkonkraftwerken. Über 70 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Lokstedt, Schnelsen, Niendorf und anderen Stadtteilen sind unserer Einladung im Niendorfer Wochenblatt, auf nebenan.de, auf der Webseite der Zukunftswerkstatt Lokstedt, Plakaten und am Infotisch gefolgt.

Vielen Dank allen für die spannenden Fragen und die Ausdauer. Mit so einem großen Andrang hatten Sebastian, Gründer der Zukunftswerkstatt und Volker von SoliSolar-Hamburg nicht gerechnet. Seit Jahrzehnten schlittern wir immer schneller in den Klimawandel. Wir verabschieden uns langsam von Atom- und Kohle-Energie, und auch das Gas hat spätestens seit dem Krieg gegen die Ukraine seine Unschuld verloren. Neben der regulatorischen Verantwortung der Politik wird offenbar immer mehr Hamburgern klar, dass wir die Lokale Energiewende auch aktiv selbst gestalten müssen – und mit Sonnenstrom auch innerhalb einer Großstadt selbst mitgestalten können.

Sebastian und Volker vor dem Balkonkraftwerk

Seit anderthalb Jahren sind aus den einst illegalen „Guerilla-Kraftwerken“ nun legale Balkonkraftwerke geworden, mit denen man genehmigungsfrei bis zu 600 Watt Einspeiseleistung installieren darf. Solisolar-Hamburg hilft mit Sammelbestellungen, solidarischer Unterstützung und mit einer guten Vernetzung untereinander.

Wie Pilze schießen auch in Deutschland die Selbstbaugruppen aus dem Boden, z. B. in Bremen, Kassel oder Erlangen. Schon über 200.000 Balkonkraftwerke gibt es im Bundesgebiet, aber erst bescheidene 200 sind für Hamburg registriert.

In elf Schritten geht es zum eigenen Sonnenstromkraftwerk, egal ob am Balkon, auf der Terrasse, im Garten, auf dem Carport, auf dem Hausdach oder als Solartisch auf dem Balkon. Den kompletten Foliensatz haben wir inzwischen allen Interessenten per Email zugeschickt. Eine Kurzfassung findet Ihr hier.

Auch die Bürgerschaftsabgeordnete Lisa Kern kam zu dem Event und konnte unsere Forderung nach einer kommunalen Förderung der Balkonkraftwerke, wie sie schon in vielen anderen deutschen Städten erfolgt, gleich in die Bürgerschaft und zum Umweltsenator mitnehmen.